Als Cross-Selling wird allgemein die Verknüpfung von ähnlichen Produkten bezeichnet und bedeutet ins Deutsche übersetzt „Querverkauf“ oder „über Kreuz verkauft“. In den meisten Fällen kennt man Cross-Selling in verschiedenen Onlineshops, welche klassische Produkte anbieten – aber auch im Dienstleistungsbereich und im Einzelhandel ist der Querverkauf ein beliebtes Mittel zur Umsatzsteigerung und Kundenbindung.

Warum ist Cross-Selling wichtig?

Cross-Selling ist aus vielerlei Hinsicht wichtig und hilft in erster Linie dem Händler selbst. Das grundsätzliche Ziel beim Querverkauf von Produkten und Dienstleistungen ist die Umsatzsteigerung. Es wird versucht, dem Interessenten zusätzliche, ähnliche oder ergänzende Produkte anzubieten und damit in den meisten Fällen den Warenkorb-Wert zu steigern.

Neben den harten Umsatzahlen gibt es noch einige „weiche Faktoren“, welche für das Cross-Selling wichtig sind. So kann der Querverkauf unter anderem bei Kundenbindung und Neukundengewinnung helfen. Gerade Onlinehändler mit einem sehr breiten Produktportfolio können sich durch zielgruppenorientierte und clevere Verknüpfung der Artikel potentiellen Käufer deutlich besser präsentieren. In Verbindung mit Big Data, Analytics und Automatisierungen lässt sich Cross-Selling gerade in Onlineshops dynamisieren und wesentlich „spitzer“ auf die Zielgruppe ausrichten.

Auch aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung hat Cross-Selling eine wichtige Bedeutung, denn eine wichtige Kennzahl im SEO ist die Anzahl der Seitenansichten pro eindeutigem Besucher. Durch eine gut sichtbare Platzierung von passenden Querverweisen auf andere Produkte erhöht sich nachweislich die Klickrate und damit auch Besuchszeit im Onlineshop, was wiederum Auswirkung auf den Umsatz hat. Umso länger ein Besucher im Shop unterwegs ist, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit auf eine Bestellung.

Wie funktioniert Cross-Selling (emotional)?

Cross-Selling bei Amazon

Amazon ist ein gutes Beispiel für gelungenes Cross-Selling, das völlig automatisiert funktioniert. Zu früherer Zeit sorgte noch eine eigene Abteilung bei Amazon für die passende Verknüpfung von Produkten. Seit mehreren Jahren arbeiten hier Algorithmen, die auf Basis von Nutzerdaten ähnliche und/oder ergänzende Produkte dem Besucher anzeigen.

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Amazon analysiert permanent das Nutzerverhalten auf seiner Website und bietet praktisch „live“ dem Kunden Produkte an, die zum Kauf- und Surfverhalten passen. Cross-Selling bei Amazon „onsite“ geschieht hauptsächlich auf der Startseite (z.B. durch „Inspiriert von Ihren Shopping-Trends“) und auf der Produktdetailseite (z.B. durch „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“ oder „Kunde, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen“).

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Durch sogenanntes Retargeting werden dabei automatisiert Produkte angezeigt, die der Nutzer bspw. angesehen, aber nicht gekauft hat. Cross-Selling bei Amazon funktioniert besonders gut auf der Produktdetailseite, denn hier ist die Kaufwahrscheinlichkeit am höchsten. Neben der Platzierung von Querverweisen bietet Amazon auch in Produktvergleichstabellen Cross-Selling und Up-Selling an. Vendoren haben zusätzlich die Möglichkeit, mittels selbsterstellten A+ Content ihre Produkte mit einander zu verknüpfen.

Weitestgehend automatisiertes Cross-Selling bei Amazon funktioniert auch via E-Mail im Aftersales. Nach dem Kauf eines Artikels auf der Plattform bekommt der Nutzer wenige Tage danach dazu passende / ergänzende Angebote zugeschickt. Kauft man beispielsweise eine Spiegelreflexkamera bei Amazon, so erhält man die dazu passenden Objektive, Kamerataschen, Speicherkarten oder Stative als Cross-Selling-Angebote automatisch zugeschickt.

Cross-Selling im Onlineshop

Im eigenen Webshop hat jeder Onlinehändler selbst die Möglichkeit, Produkte im Cross-Selling anzubieten. Einige Shopsystem wie Magento, Shopware, OXID oder WooCommerce bieten auch die Möglichkeit der Automatisierung von Querverweisen auf Produkten. Als Grundlage dafür dienen meist die bereits vom Nutzer innerhalb einer Customer-Journey angesehenen Artikel.

Darüber hinaus bietet so ziemlich jede Shop-Plattform auch die Möglichkeit der manuellen Verknüpfung von Artikel. Hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl des Händlers gefragt, denn die „falschen“ Produkte können den Nutzer im Kaufprozess sogar behindern. Ist beispielsweise ein querverknüpftes Produkt gerade nicht verfügbar („out of Stock“), so kann dies zum Kaufabbruch führen.

Ein Beispiel für gelungenes Cross-Selling ist die Shopping-Plattform „About You“. Hier werden passende Produkte nicht nur gezielt nebeneinander dargestellt, sondern in einer eigenen „Story“ sogar im Einsatz gezeigt.

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Cross-Selling im Einzelhandel

Auch offline ist Cross-Selling ein gutfunktionierendes Prinzip, um Kunden zu zusätzlichen Käufen zu animieren. Ein gutes Beispiel sind hier Supermärkte, denn die Produktplatzierung und –sortierung geschieht nicht etwa zufällig, sondern nach einem gezielten System. Käse wird oft neben Wurst angeboten, alkoholische Getränke neben Snacks und Obst ist immer neben Gemüse zu finden.

Auch in größeren Kaufhäusern funktioniert das Cross-Selling-Prinzip seit Jahren nach dem gleichen Muster, denn hier sind die Produkte nach Geschlecht, Einsatzzweck und/oder Preis sortiert. Schaut man sich einmal die Produktsortierung bspw. bei Karstadt Sport an, liegt der Querverkauf ebenfalls auf der Hand: Laufschuhe werden neben Laufhosen platziert und Tennisbälle sind direkt neben den Tennisschläger zu finden.