Amazon Instant Pickup – die Express-Abholstation

Wie mashable.com kürzlich berichtete, arbeitet Amazon an einer Art Abholstation für Produkte namens „Instant Pickup“, die über den eigenen Marketplace bestellt worden sind. Hier gibt es Ähnlichkeiten, aber auch gravierende Unterschiede zur DHL-Packstation.

Vor wenigen Wochen machte Amazon erneut Schlagzeilen, als sie ankündigten, die amerikanische Bio-Kette „Whole Foods“ zu übernehmen – ein weiterer Schritt von Online zu Offline, bzw. eine clevere Verknüpfung dieser beiden Wege zum Kunden – auch in Bezug auf Amazon Fresh. Nun geht der E-Commerce-Gigant den nächsten konsequenten Schritt: Amazon Instant Pickup – eine Art „Express-Abholstation“ von Amazon-Produkten.

Amazon Brand Guide

Bei „Abholstation“ denkt man zwangsläufig an die gelben Boxen mit dem DHL-Logo, wo man seine bestellten Waren schon heute aus verschließbaren Fächern abholen und auch Sendungen verschicken kann. Gerade in größeren Städten und Ballungsräumen gibt es eine Menge dieser Abholstationen, die rege von DHL-Kunden genutzt werden.

Amazon Instant Pickup: Produkte ausliefern in max. 2 Minuten

amazon-instant-pickupAn diesem Abhol-Markt will nun auch Amazon mit seinem neuen „Instant Pickup“ partizipieren, wenngleich das Konzept hinter der Amazon-Abholstation auch ein anderes ist – noch! Im Vergleich zu der regulären Packstation sollen Waren, die über Amazon bestellt und Instant Pickup verfügbar gemacht werden, binnen weniger Minuten abholbereit in einer Box liegen.

Aber wie schafft es Amazon, Produkte innerhalb von maximal 2 Minuten nach Bestellung „auszuliefern“? Ganz einfach: die Instant-Pickup-Boxen sind direkt an ein Amazon-Warenlager angeschlossen, bei dem die bestellten Produkte auch tatsächlich gelagert werden. Wird eine Bestellung auf Amazon ausgelöst, wandern die Produkte fast vollautomatisiert in eine Abholbox, sodass der Kunden seine bestellten Artikel beinahe sofort (also „instant“) abholen kann. Genial!

Wer nun aber sofort bei Google Maps nach einer Amazon Instant Pickup Station in seiner Nähe sucht, der wird schnell enttäuscht sein, denn der Service befindet sich derzeit nur in einer Testphase in den USA und ist an 5 Standorten mit 22 Stationen verfügbar. Läuft das Ganze dort erfolgreich an und wird vom Nutzer angenommen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Amazon Instant Pickup nicht nur in den USA ausgebaut wird, sondern irgendwann auch nach Deutschland kommt.

Warum gibt es Amazon Instant Pickup?

Für viele wird sich diese Frage gar nicht stellen, bzw. die Antwort glasklar sein: mit Instant Pickup komme ich einfacher noch schneller an meine Amazon-Bestellungen. Aber das Ganze ist nicht nur eine verrückte Idee von Jeff Bezos, sondern wurde vorher ausgiebig mit Probanden getestet.

Ursprünglich war Amazon Instant Pickup als eine Art lokales Ladengeschäft mit Abholmöglichkeit gedacht, in dem die bestellten Produkte „face-to-face“ von echten Menschen übergeben werden. Die Testkäufer haben dieses Konzept allerdings nicht so positiv bewertet wie gedacht – Resultat: App-gesteuerte Abholstationen statt echter Menschen.

Wie funktioniert Amazon Instant Pickup?

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Derzeit ist das Sortiment, mit dem man den Instant-Pickup-Service nutzen kann, auf wenige hundert Produkte und ausgewählte Artikel in den Bereichen Lebensmitteln, Getränke und einigen Elektronikartikeln beschränkt. Der Grund: die Artikel müssen einerseits in ausreichender Menge im Amazon Warenlager verfügbar sein und der Express-Service muss einen echten Mehrwert beim Kunden erzeugen – die Geschwindigkeit der Auslieferung allein ist es nicht.

Gerade verderbliche Waren und Produkte, die aufgrund von Größe und Gewicht schwer über den Postweg verschickt werden können, sind praktisch prädestiniert für Amazon Instant Pickup. Das Funktionsprinzip ist recht simpel:

  1. Der Kunde bestellt seine Amazon Ware via Shopping-App oder Website und wählt als Liefermethode „Instant Pickup“ und eine Abholstation in seiner Nähe aus.
  2. Die Instant-Pickup-App generiert einen Token (eindeutigen Code), der von der Station vor Ort eingescannt und damit die Abholung verifiziert wird.
  3. Die Box mit dem enthaltenen Produkt öffnet sich automatisch.
  4. Der Kunde entnimmt seine Amazon-Bestellung, verschließt die Box und bestätigt die Abholung – fertig!

Gerade die letzten Steps erinnern sehr an das Funktionsprinzip der DHL-Packstationen – und das dürfte auch so von Amazon gewollt sein, denn dieses Auslieferungskonzept hat sich bereits bewährt.

Fazit: Amazon Instant Pickup noch „ausbaufähig“

Wann Amazon Instant Pickup nun genau ausgebaut und nach Deutschland kommt, ist noch nicht sicher. Zudem bleibt noch offen, wie praktikabel dieser Schnell-Service wirklich ist, denn derzeit müsste man in der Nähe eines Warenlagers befinden, um davon zu profitieren.

Gerade aber hinsichtlich Amazon Fresh und der Bestellung von Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs, könnte der Instant-Pickup-Service eine sinnvolle Ergänzung werden. Wie Amazon Fresh funktioniert, hatten wir vor kurzem bereits in einem Test und Blogartikel „Amazon Fresh verliert gegen REWE“ aufgezeigt.

Fakt ist: mit Instant-Pickup ist ein weiterer Schritt von Amazon ins „echte“ Offline-Leben seiner Kunden getan. What’s next?

Autor

  • Ronny Marx

    Ronny beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung, ist regelmäßig auf Konferenzen als Speaker unterwegs und bloggt gerne über seine Kernkompetenz SEO.

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