Engagement Rate

Was ist die Engagement Rate?

In der heutigen Zeit wird die Engagement Rate oft in Verbindung mit Sozialen Netzwerken wie Facebook, Intagram und YouTube gebracht. Eine Engagement Rate ist eine Kennzahl, welche die Interaktion und Aktivität von einem bestimmten Content misst. Es zeigt auf, wie viele Besucher mit dem Content interagieren. Likes, Kommentare, Shares und Besucher zählen zu den hauptsächlichen Faktoren, die die Rate beeinflussen können.

Warum ist die Engagement Rate wichtig?

engagement-rate-berechnenDie Engagement Rate spielt eine enorm wichtige Rolle, in der Analyse von genutzten Content bei Sozialen Netzwerken, aber auch im E-Commerce im Allgemeinen (z.B. eher Content-lastigen Inhalten wie Landing-Pages usw.). Die Messung von Likes, Shares und Kommentaren, kann das Evaluieren eine Konkurrenzanalyse erleichtern. Durch die Tatsache, dass die Engagement Rate u.a. im Bezug zur Abonnentenanzahl eines Unternehmens kalkuliert werden kann, können kleine als auch große Unternehmen miteinander verglichen werden. Oder anders ausgedrückt: Wie gut treffen Unternehmen mit Content ihre potentielle Zielgruppe im Netz. Hier gilt natürlich der Grundsatz: Desto höher die Engagement Rate, desto besser.

Es ist besonders wichtig, diese Kennzahl und deren Faktoren immer zu monitoren, denn eine hohe Engagement Rate ist immer ein Zeichen von sehr guten Content. Engagement ist in Kombination mit Social Media Werbekampagnen besonders vorteilhaft und kann bei Facebook, Twitter, Instagram und jeder anderen Plattform angewendet werden. Genauso wichtig ist es andererseits, abgegebenes Feedback von Kunden zu Monitoren um eventuelle Ideen oder Verbesserungen aufzunehmen.

Instagram Engagement Rate berechnen

Im Durchschnitt sollte ein Instagram-Profil eine Engagement Rate von 10% haben. Um die Engagement Rate bei Instagram zu berechnen geht man wie folgt vor:

  • Bei 1.000 Abonnenten sind 10% Enagement Rate =  100 Likes pro Beitrag.
  • Bei 1.000 Abonnenten und nur 10 Likes pro Beitrag sind es 1% Engagement Rate.

Auf die gleiche Weise kann die Engagement-Rate auch auf allen anderen sozialen Plattformen berechnen / bestimmt werden.

Engagement Rate auf Facebook (gewichtet) berechnen

Etwas kompexer wird es dann, wenn verschiedene Nutzerinteraktionen mit einander kombiniert und unterschiedlich gewichtet werden. Nehmen wir bspw. an, ein Online-Redakteur möchte die Facebook Engagement Rate seines letzten Beitrags messen, bzw. bestimmen. Seine Facebook-Seite umfasst 2.500 Fans und innerhalb der ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung seines Posts erhält er 122 Likes, 3 Shares und 12 Kommentare. Insgesamt gab es also 137 Interaktionen mit seinem Content. Folgende unterschiedliche Berechnungen lassen sich nun hinsichtlich des Engagements anstellen:

Engagement-Rate-Berechung (einfach)

  • 100 / 2.500 User * 137 Engagements (gesamt) = 5,48 % einfache Engagement-Rate

Diese Engagement-Rate-Berechnung ist recht simpel und reicht für eine einfache Betrachtung durchaus aus. Hier fehlt allerdings ein eher differenziertes Bild, denn nicht jedes Engagement ist gleichviel Wert und einige Nutzer interagieren mehrfach und auf unterschiedliche Weise mit einem Content. So können innerhalb der Kommentare schnell Diskussionen zwischen wenigen Nutzern entstehen und die Interaktionen schnell ansteigen lassen. Generell ist das zwar gut, würde die Berechnung aber isoliert betrachtet pro Nutzer oder Art der Interaktion verzerren. Daher kann und sollte man hier die Engagement-Rate-Formel anders aufstellen.

Engagement-Rate-Berechung (fortgeschritten)

Schritt 1: Engagement-Rates isoliert betrachten:

  • 100 / 2.500 User * 122 Like-Engagement = 4,88 %
  • 100 / 2.500 User * 3 Share-Engagement = 0,12 %
  • 100 / 2.500 User * 12 Comment-Enagement = 0,48 %

Schritt 2: Engagement-Rates gewichten:

  • Like-Engagement * Multiplikator 2
  • Share-Engagement * Multiplikator 10
  • Comment-Engagement * Multiplikator 5

Schritt 3: Multiplikatoren anwenden und Durchschnitt berechnen

  • (Like-Engagement * 2) + Share-Engagement * 10) + (Comment-Engagement *5) = Zwischenergebnis / Anzahl der Faktoren
  • 4,88% * 2 + 0,12% * 10 + 0,48% * 5 = 8,48 / 3 = 4,45 % gewichtete Engagement-Rate

Mit dieser Formel bekommt man eine viel differenziertere Betrachtung der Engagement-Rate. Dahinter steckt schlicht die Annahme, dass bestimmte Nutzerinteraktionen “wertvoller” sind, als andere. Einen Like abzugegeben, ist schnell getan und daher sollte dieser Faktor etwas geringer gewichtet werden. Wenn jemand einen Post mit seinem eigenen Netzwerk teilt (Share-Engagement), dann fungiert er quasi als eine Art Multiplikator für die Reichweite und das sollte auch höher gewichtet werden. Auch das Posten eines Kommentares ist aufwendiger als das reine Liken und sollte entsprechend höher bewertet werden. Allerdings steigern Kommentare innerhalb eines Posts weniger die Reichweite als Shares und bekommen daher in unserer Betrachtung einen geringeren Multiplikator.

Gehen wir also nochmals von der einfachen Engagement-Rate von 5,48 % aus, dann sehen wir in der gewichteten Analyse einen insgesamt leicht schwächeren Wert. Um zu veranschlaulichen, wie stark sich das Bild ändern kann, bleiben wir kurz bei den insgesamt 137 Nutzerinteraktionen, nehmen jetzt aber folgende Verteilung an: 82 Likes, 24 Shares, 31 Kommentare. Berechnen wir mit gleichen Engagement-Rate-Multiplikatoren neu:

  • 100 / 2.500 User * 82 Like-Engagement = 3,28 %
  • 100 / 2.500 User * 24 Share-Engagement = 0,96 %
  • 100 / 2.500 User * 31 Comment-Enagement = 1,24 %

Anwendung der Multiplikatoren:

  • (Like-Engagement * 2) + Share-Engagement * 10) + (Comment-Engagement *5) = Zwischenergebnis / Anzahl der Faktoren
  • 3,28% * 2 + 0,96% * 10 + 1,24% * 5 = 22,36 / 3 = 7,45 % gewichtete Engagement-Rate

Wir sehen also, dass bei gleichbleibender, totaler Messung aller Aktionen sich die gewichtete Engagement-Rate deutlich verändert (plus 2 Prozent zur einfachen Messung und plus 3 Prozent zur anderen gewichteten Beispielrechnung). Die Multiplikatoren sind hier natürlich nur als Beispiel zu verstehen und können ganz nach den eigenen Zielen, die man mit dem Content oder der Plattform verfolgt, anders aufgestellt werden.

Will man bspw. vor allem die eigenen Fans / Followern erreichen, kann die Gewichtung stärker zu Gunsten der Like-Engagement oder Comment-Engagement ausrichten. Geht es vor allem um maximale Reichweite der Beiträge, so kann der Multiplikator für die Share-Engagement noch deutlich erhöht werden. Nicht zu vergessen ist dabei aber auch, dass auch ein “simples” Like die Reichweite steigert. Einerseits sieht der Beitrag damit interessanter für andere Fans / Follower aus und andererseits sehen auch deren Freunde und Follower die Like-Aktivität. Gleiches gilt für die Shares.

Engagement Rate im E-Commerce

Hinsichtlich der isolierten Betrachtung von Sozialen Netzwerken sollte klar sein, warum eine Engagement-Rate wichtig ist. Was aber hat das Ganze mit dem E-Commerce, also bspw. dem Amazon Marketplace oder einem Webshop zu tun? Das lässt sich recht einfach beantworten, denn Reichweite ist (meistens) King. Betrachtet man beispielhaft einmal ein Produkt auf Amazon, so ist eine große (gezielte) Reichweite auf externen Plattformen durchaus eine verkaufsfördernde Aktion. Das totale Suchvolumen auf Plattformen und selbst auf Suchmaschinen wie Google ist “begrenzt”, bzw. verändert sich über ein ganzes Jahr und im Monatsdurchschnitt betrachtet meist nur langsam und gering.

Durch Postings in Sozialen Netzwerken lassen sich auch und gerade für Produkte viel mehr potentielle Käufer erreichen, als nur auf Suchbegriffe isoliert betrachtet. Durch eine hohe Engagement-Rate stellt man darüberhinaus sicher, dass sich der Aufwand für die Produktion des Contents gelohnt hat. Würde der Content nicht den Nerv der Fans / Follower treffen, so würden sie (meistens) nicht stark mit dem Content interagieren. Eine hohe Nutzerinteraktion kann demzufolge auch dafür genutzt werden, um potentielle Neukunden auf die eigenen Produkte auf Amazon oder in den eigenen Webshop zu leiten. Diese würde ohne diesen “externen” Content sonst eventuell nie auf die Idee kommen, dass es ein bestimmtes Produkt überhaupt existiert. Auf diese Weise lässt sich indirekt sogar ein Bedarf für ein neues Produkt überhaupt erst schaffen.

Durch gezielte A/B-Testings lässt sich über die Zeit auch herausfinden, wie und welche Nutzer mit bestimmten Inhalten interagieren. Text kommt anders an als Bilder und Videos wiederum werden ebenfalls anders wahrgenommen.
2019-05-14T15:30:52+02:0010.11.2017|