Ad-Fraud

Was bedeut AD-Fraud und wie kann man ihn erkennen?

Der Begriff Ad-Fraud bezeichnet das betrügerische Vortäuschen einer nicht oder falsch erbrachten Werbeleistung. Es existieren unterschiedliche Arten von Anzeigenbetrug die sich in Bezug auf technische Raffinesse und kriminelle Energie erheblich unterscheiden:

Ad-Fraud als Klickbetrug

Der Klickbetrug gehört zu einer der häufigsten Arten von Anzeigenbetrug. Hierbei wird Traffic durch so genannte Hit-Bots oder auch menschliche Hilfskräfte in einer Klick-Farm erzeugt. Inzwischen sind die Bots häufig so ausgelegt, dass sie menschliches Klickverhalten nachahmen können. Das führt dann zwar zu hohem Traffic auf die Werbemittel, aber diese Wirkung verpufft wegen der eingesetzten Hit-Bots. Der Werbetreibende zahlt letztendlich ohne die von ihm angestrebte tatsächliche Gegenleistung zu erhalten. Kurzum der Klick auf das Werbemittel ist von betrügerischer Manipulation betroffen.

Anzeigenbetrug über Suchmaschinen

Bei einem Anzeigenbetrug über Suchmaschinen werden gefälschte Websites angelegt, welche durch eine geschickte Keyword-Befüllung eine hohe Position auf den Ergebnisseiten der Suchmaschinen einnehmen, hier wird sich auf Keywords gestützt, die pro Klicks die höchsten Umsätze liefern. Werbetreibende für die, genau diese Keywords interessant sind buchen Werbeplätze auf diesen gefälschten Websites, ohne dass diese tatsächlich von interessierten Kunden gesehen werden.

Impression-Ad-Fraud

Impressionsbetrug ist, wenn eine Anzeige für das menschliche Auge nicht sichtbar ist, aber die Impressionen trotzdem gezählt werden. Die bekanntesten betrügerischen Methoden sind Pixel-Stuffing, AD-Stacking und Bot-Traffic. Aber auch in mobilen Apps und auf gefälschten Websites, die von Betrügern erstellt wurden, kann es zu Betrug kommen. Die Werbeeinblendung ist hier also nur vorgetäuscht.

AD Stacking, gestapelte Anzeigen

Beim so genannten AD Stacking, dem übereinander stapeln von Anzeigen, werden gleich mehrere Anzeigen auf nur eine Platzierung auf einer Website verkauft. Die Werbemittel liegen dann aufeinander. Wird auch oft im Zusammenhang mit dem Anzeigenbetrug über Suchmaschinen verwendet.

Domain Spoofing

Beim Domain Spoofing lassen die Betrüger eine Domain auf Server-Seite so aussehen als würde es sich um eine hochkarätige Website handeln, eine weitere Ausprägung dieser Art des Online Betrugs ist das Einschleusen von Werbemitteln in eine bereits existierende renommierte Website um hierfür von den Werbetreibenden Provision zu kassieren.

Pixel Stuffing

Beim Pixel Stuffing werden Werbemittel in einer Größe von 1×1 Pixel platziert, oft auch in Verbindung mit AD Stacking, für das Zählsysteme sind diese Anzeigen somit existent da diese ja per se platziert sind, auch wenn sie für Kunden so natürlich unsichtbar sind.

Bei all diesen Betrugshandlungen lassen moderne Übeltäter die Technik für sich arbeiten, indem sie sogenannte Crawler oder Bots programmieren. Das sind Softwareprogramme, die in einem Rechenzentrum laufen und Webseiten aufsuchen. Der Unterschied zu einem legitimen Bot ist der, das diese Crawler & Bots sich als von einem Menschen bedienter Browser ausgeben, um dessen Seitenaufrufe, AD-Clicks oder sogar Aktionen auf der Zielseite zu simulieren.

Eine neue Dimension erreicht Ad-Fraud wenn man Manipulationsprogramme nicht mehr nur eigenen Rechenzentrum installiert, sondern private Internetnutzer für sich rechnen lässt. Entsprechende Software nennt sich Adware.

Ad-Fraud mit Surfbars

Eine Variante der Adware sind die sogenannten Surfbars, bei denen User sich aktiv anmelden können. Sie erhalten dann eine minimale Vergütung dafür, dass im Hintergrund oder einem kleinen zweiten Browserfenster beliebige Webseiten geladen werden. Der Webseitenbetreiber kann diesen „Traffic“ ganz offiziell einkaufen, um sein Auslieferungsvolumen zu erhöhen.

Bot-Netzwerke und Ad-Fraud

Hierbei werden Computer mit einem Virus, bzw. einer speziellen Schadsoftware infiziert, der die Kontrolle über das Gerät übernimmt und Werbeleistung simuliert. Dies geschieht entweder direkt im Hintergrund auf dem Gerät oder durch den für den Nutzer nicht wahrnehmbaren Aufruf von meist speziell dafür erstellten Webseiten.

2019-03-20T13:38:58+02:00 20.03.2019|