Was ist der Prime Day?

Wenn man über den Amazon Marketplace spricht, dann gibt es zwei wichtige Events aus Händler- und Käufer-Perspektive: Zum einem den Prime Day und die Cyberweek in Kombination mit dem Black Friday. Der Black Friday findet jährlich Ende des Jahres kurz vor Weihnachten statt, wenn viele Konsumenten dem „Shoppingrausch“ verfallen. Der Prime Day hingegen findet zumeist Mitte des Sommers jeden Jahres statt. Dieses Shopping-Event wird meist von einem riesigen Medienspektakel begleitet. Der Konzern wirbt bereits Wochen vorher auf allen Kanälen für eines der wichtigsten Events im E-Commerce in Europa und den USA.

Von der Startseite aus bietet Amazon eine Vielzahl von Produkten, die speziell für den Prime Day zum Teil stark reduziert und nur für einen begrenzten Zeitraum verfügbar sind. In diesem Zeitraum werden vor allem Amazon Eigenmarken mit Rabatten angeboten. Das Event ist für Marken ein gutes Instrument, um ihre Produkte an die Verbraucher zu bringen. Dabei werden tiefe Rabatte gewährt und Lightning Deals genutzt, um mehr Klicks zu generieren.

Amazon Brand Guide

Ist eine Prime-Mitgliedschaft Vorrausetzung für die Teilnahme am Prime-Day?

Der Prime-Day ist eine exklusiv für Prime-Kunden angebotene Veranstaltung. Der Zugang zu den Rabatten und Angeboten ist somit immer mit einer Mitgliedschaft verbunden. Falls keine Prime-Mitgliedschaft vorliegt, gibt es die Möglichkeit, eine 30-Tage-Testversion in Anspruch zu nehmen.

Wann ist der nächste Amazon Prime Day 2022?

Üblicherweise findet der Prime Day immer jährlich im Juli statt. Aufgrund der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr, wurde der Prime Day auf den 13. und 14. Oktober 2020 verschoben. Dieses Jahr fand der Prime Day wie gewohnt im Sommer statt. Die Daten für den Prime Day 2022 werden wie auch in den Vorjahren immer erst sehr zeitnah bekannt gegeben. Der erste Prime Day fand am 15. Juli 2015 zu Ehren des 20-jährigen Jubiläums von Amazon statt. Im Jahre 2017 gab es einen ganz besonderen Prime Day: Ganze 30 Stunden Angebote und reduzierte Highlight-Produkte. Seit 2019 bietet Amazon den Prime Day regulär zweitägig für seine Kunden an.

Statistiken und Zahlen zum Amazon Prime Day

Um einen besseren Eindruck über die Tragweite des Prime Day für Amazon und ihre Käufer wie Verkäufer zu erhalten, werden hier ein paar Statistiken und Zahlen angeführt.

  1. In 17 Ländern weltweit findet der Prime Day am selben Tag statt.
  2. Im Jahr 2018 erwirtschaftete der Prime Day insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar Umsatz.
  3. Amazon verzeichnet mehr als 200 Millionen Prime-Mitglieder.
  4. Über 250 Millionen Produkte wurden während des Prime Day im Jahr 2021 verkauft.
  5. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Bestellung betrugen 47,14 US-Dollar.
  6. Der gesamte E-Commerce-Umsatz überstieg 11,19 Milliarden US-Dollar.
  7. Während der Verkäufe 2021 kauften Mitglieder aus 20 Ländern ein.
  8. Ganze 46 % der Verbraucher kaufen häufig bei Amazon ein.
    National Today befragte 2.000 Amerikaner bezüglich des Prime Days. Die erste Frage war, wie oft Sie bei Amazon einkaufen würden. Es stellt sich heraus, dass 46 % von ihnen häufige Käufer waren. Für den Rest galt, dass 33 % manchmal bei Amazon einkaufen würden.
  9. Amazon Prime Music-Abonnements haben einen Rekord erreicht.
    Auf Amazon Music wird werbefreies Hören von mehr als zwei Millionen Songs sowie Tausende von Sendern und Wiedergabelisten für Prime-Kunden angeboten. (Quelle: Amazon)
  10. Elektronik und „Beauty“ gehörten am Prime Day zu den meistverkauften Kategorien.
    Weltweit gehörten am Prime Day im Jahr 2021 zu den meistverkauften Kategorien: Werkzeuge, Beauty, Ernährung, Elektronik (einschließlich Amazon Devices), Bekleidung, Haushaltswaren, Säuglingspflege. (Quelle: Amazon)
  11. Ungefähr 45 % der Käufer gaben durchschnittlich 100 US-Dollar oder weniger aus.
    Gemäß den neuen Prime Day-Verkaufsstatistiken, hätten circa die Hälfte der Käufer, die am Event teilnahmen, bis zu 100 US-Dollar ausgegeben. Bestellungen über 1.000 US-Dollar machten mit nur 1 % eher die Minderheit dabei aus. (Quelle: Digital Commerce 360)
  12. Der Umsatz, der mit Marktplatzprodukten erwirkt wurde, wuchs um 12 %.
    Das Wachstum der eigenen Produkte Amazons liegt hingegen bei 5,3 Prozent. Marktplatzverkäufe, die von Amazon als Verkäufe von kleinen Unternehmen gesehen werden machten etwa 36 % aus. Verglichen mit den Jahren 2020 (35 %) und dem Prime Day 2019 (32 %) war es ein weiterer Anstieg. (Quelle: Digital Commerce 360)
  13. Die an der stärksten vertretenen Gruppe der Prime Day Shopper sind weiblich.
  14. Laut „Numerator“ sei der typische Prime Day-Shopper eine in Vororten lebende kaukasische Frau im Alter von 35 bis 44 Jahren. Diese seien vorwiegend verheiratet und hätten einen einkommensstarken Hintergrund. Die jüngsten Online-Shopping-Statistiken unterstützen die Annahme, dass Frauen auf E-Commerce-Plattformen die aktiveren Käufer sind. (Quelle: Numerator)
  15. Der Prime Day im Sommer wurde von einem Drittel der Kunden bevorzugt.
    Nachdem im Jahr 2020 der Amazon Prime Day verschoben wurde, befragte Profiterio die Kunden zu ihrer Wahrnehmung des Timings. Bei der Befragung gaben die Beteiligten an, dass sie das Juli-Datum etwas mehr bevorzugen als das Juni-Datum von 2021. (Quelle: Profitero)
  16. Der Kauf von Amazon-Technologien läge bei den 18-24-jährigen bei der Planung ganz weit vorne (27%).
  17. Geschätzter Gesamtumsatz am Prime-Day nicht offiziell bekannt
    Amazon selbst veröffentlicht die Gesamtzahl des am Prime-Day erwirtschafteten Umsatzes nicht. Analysten haben dieses daraufhin wie folgt eingeschätzt. Nach „eMarketer“ sei im Jahr 2020 6,17 US-Dollar in den USA und weltweit an die 9,91 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet worden. Andere Quellen wie Digital Commerce 360 schätzt den Umsatz weltweit hingegen auf 10,4 Milliarden US. Dollar. Der erhöhte Anstieg sei auf die während des Oktober Prime-Days getätigten Weihnachtseinkäufe zurückzuführen. Der gesamte Online-Einzelhandelsumsatz in den Vereinigten Staaten, der während des 48-Stunden-Prime Days erwirtschaftet worden sei, läge laut Adobe Analytics-Daten bei 11 Milliarden US-Dollar. Dies würde 6,1 % mehr sein als die gesamten E-Commerce-Transaktionen, die durch die Veranstaltungen 2020 erwirtschaftet wurden.

Wann genau fand der Amazon PrimeDay 2015 bis 2021 statt?

  • 15.07.2015
  • 12.07.2016
  • 10.07.2017
  • 16.07.2018
  • 15.07.2019
  • 13.10.2020
  • 21.06.2021

Vergleich von Prime Day 2020 und 2021 hinsichtlich des Umsatzes und Rahmenbedingungen

Ein wesentlicher Unterschied war, dass Amazon Prime Day 2021 nur 8 Monate nach dem letztjährigen Ereignis stattfand, verglichen mit 15 Monaten zwischen dem Prime Day 2019 und 2020. Nach „Digital Commerce 360“ lag der Umsatz wie bereits oben angeklungen bei 10,4 Milliarden US-Dollar und stieg im Jahr 2021 auf 11,2 US-Milliarden Dollar.

Warum wurde der Prime Day 2020 verschoben?

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Im Oktober 2020 wurde bedingt durch die COVID-19-Pandemie der Prime Day statt Mitte Juli auf Oktober geschoben. Auch wenn es sich beim Prime Day um ein Online-Event handelt, hat Amazon sich dafür entschieden seine Mitarbeiter vor dem Corona Virus zu schützen. Aufgrund von erhöhten Auftragsvolumina würde es zu mehr Lagerarbeit im Schichtdienst kommen und folglich auch zu einem erhöhten Risiko für ihre Gesundheit. Aufgrund der Pandemie an sich und der Phase der Rezession ist es aus geschäftlicher Sicht nicht die beste Entscheidung, während einer Pandemie und dem starken wirtschaftlichen Einfluss eine Verkaufsveranstaltung durchzuführen.

Rolle von Advertising beim Prime Day

Am Prime Day werden auf allen Anzeigeformaten die Frequenzen erhöht. Im Vergleich zum letzten Prime Day am 13. und 14. Oktober 2020 erhöhten viele US-amerikanische Werbetreibende ihr Ausgaben für Sponsored Products um 16 %. Zeitgleich wurden die Investitionen in Sponsored Brands um 22 % erhöht.

Insbesondere die Maßnahmen im Performancemarketing spielen auf Amazon eine große Rolle. Hierbei gilt, dass kein Potenzial aufgrund von qualitativ minderwertigen Auto-Kampagnen-Strukturen verschenkt werden sollte. Aufgrund des erhöhten Traffics auf dem Amazon Market-Place, werden die PPC-basierten Werbekampagnen öfter angeklickt. Um im Wettbewerb die Sichtbarkeit weiterhin beizubehalten, sollte rechtzeitig das Tagesbudget temporär nach oben gesetzt werden und die Gebote insofern auf die Keywords erhöht. Der Erfahrung nach bleiben auch während des Prime Days die Kosten der Kickpreise (CPC) am Prime Day gleich und steigen nur geringfügig. In dem Zusammenhang steigen aber trotz geringer CPCs Kosten die Umsatz-Kosten-Verhältnis (ACoS, bzw. ROAS) überdurchschnittlich.

Folglich führt jede Investition in PPC im Marketing-Budget am Prime Day zu einer erheblichen Umsatzsteigerung. Die Kosten steigen leicht, der Umsatz hingegen stark.

Best Practice: 7 Tipps für Seller und Vendoren zum PrimeDay

  1. Da die Sponsored Brands von Amazon manuell freigegeben werden, sollten sie einige Tage vorher angelegt und freigegeben werden, um eine Ausspielung am Prime Day möglich zu machen.
  2. Bestseller mit guten ACoS-Werten sollten besonders am Prime Day mehr Budget und höhere Gebote bekommen.
  3. Es sollten historische Werte aus dem vorherigen Prime-Day zum Lernen herangezogen werden, um die laufenden Sponsored Ads Kampagnen bestmöglich zu optimieren.
  4. Angriff der Mitbewerber durch Sponsored Products und „Product Attributed Targeting” am Prime Day. Zusätzlich sollte an Werbemittel gedacht werden, die Eigenschutz Kampagnen beinhalten.
  5. Bei Sponsored Products sollten spezielle Prime-Day PPC-Kampagnen mit gesondertem Budget ausgestattet werden. Dabei sollten nur Top-Produkte mit guten Rezensionen hinzugezogen werden.
  6. Zum Sichern der maximalen Ausspielungswahrscheinlichkeiten auf den Mitbewerber-Produktseiten, sollten Budgets für gut laufende Auto-Kampagnen stark erhöht werden.
  7. Wichtig ist auch die akribische Archivierung nach dem Prime Day bezüglich der Keywords und ASIN-Berichte, um diese für den Prime Day im nächsten Jahr nutzbar zu machen.

Vorbereitung für den PrimeDay für Amazon DSP

amazon-prime-day-2021Dadurch, dass eine Kaufentscheidung beim Kunden oftmals wesentlich früher aufkommt, sollte nicht nur im umsatzstarken PPC-Marketing Maßnahmen für den Prime Day durchgeführt werden. Auf Amazon wird die bereits getroffene Kaufentscheidung somit lediglich in die Tat umgesetzt. Mit groß angelegten Display-Kampagnen und durchdachtem Audience-Targeting von passenden Zielgruppen, sollte auch Amazon DSP für den Prime Day genutzt werden. Vor allem durch Programmatic Advertising können Kunden auf anderen Websites durch gezielte Werbeanzeigen für die eigenen Produkte zu einem Kauf auf Amazon animiert bzw. sensibilisiert werden. Da bei Display Kampagnen pro 1.000 Impressions (TKP- oder CPM-Modell) abgerechnet wird, können die Kosten für Amazon DSP sehr viel höher ausfallen als bei PPC-Kampagnen. Es sollte folglich auch mit einer sehr hohen Impression-Rate aber tendenziell schwächeren Klickrate gerechnet werden.

Für den Prima Day sowie die 2 darauffolgenden Wochen sollte ergo auf Retargeting-Kampagnen gesetzt werden. Wenn also durch gut optimierte Listings und effektive PPC-Kampagnen der Traffic auf die eigenen Produkte stark erhöht werden konnte, dann eröffnet es die Möglichkeit durch anschließende Retargeting-Maßnahmen mögliche Käufer zu tatsächlichen Käufern zu konvertieren. Am Prime Day kommt erhöhter Traffic auf, wodurch nachgelagerte Werbung in Betracht gezogen werden sollte. Je höher der organische und anorganische Traffic auf Amazon selbst, desto mehr Ansatzpunkte und Daten ergeben sich für spätere Retargeting-Kampagnen über Amazon DSP.

Wie sollten die Vorbereitungen auf den Prime Day 2022 aussehen?

Amazon versucht immer genügend Waren auf Lager zu haben und bestellt im Rahmen der Vorbereitung für den Prime Day profitable und gut laufende Produkte der Vendoren in größeren Stückzahlen im Vorfeld. Einige Wochen vor dem Prime Day sollten Lieferanten und Hersteller klären, ob sie mögliche Nachschublieferung gewährleisten können. Für Seller gilt immer rechtzeitig Ware an die Amazon-Logistikzentren zu schicken. Es kann zu stärkeren Frequentierungen und dadurch zu Engpässen durch Platzmangel im Lager oder Probleme bei der Anlieferung kommen. Es gilt also „Out of Stock“ vor allem an den Shopping-Events wie der Cyberweek und dem Prime Day absolut zu vermeiden.

Darüber hinaus sollten die Produktdetailseiten des eigenen Portfolios optimiert werden (Stichwort Retail-Readiness). Es sollte sich auf die Bestseller konzentriert werden, da die meistverkauften Produkte höchstwahrscheinlich auch die Hauptumsatzeintreiber sind. Die Produkte sollten auf den Detailseiten hinsichtlich, der Titel, Bulletpoints, Backend-Keywords, Bilder und Beschreibungen und alle anderen Aspekte wie A+ Content, Rabatte sowie Verkaufspreis bestmöglich vorbereitet werden.

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Außerdem sind „Lightning Deals“ (oder „Blitzangebote“ genannt) ein gutes Instrument. Dies sind Aktionen, wie der Name bereits nahelegt, die für eine begrenzte Zeit auf der Amazon-Deal-Seite erscheinen. Lightning Deals sind mit Kosten für die Verkäufer verbunden, welche sich durch zum Teil deutliche Absatzsteigerung wiederum rechnen können. Lohnend sind diese Blitz-Deals vor allem am Prime Day, an dem Amazon diese ins Rampenlicht stellt. Des Weiteren können Gutscheine eine sehr gute Möglichkeit sein, um bei potenziellen Kunden Aufmerksamkeit zu erregen.

Die meisten Käufer suchen nach attraktiven Angeboten am Prime Day, weshalb auf Anhieb ein Rabatt des Produktes erkenntlich sein sollte. Produkte können auf dem Amazon Marketplace mit einem orangenen Rabattetikett kenntlich gemacht werden. Der Deal des Tages wird wie die „Lightning Angebote“ auch auf der Amazon-Deals-Seite angezeigt. Dabei wird er aber im Gegensatz zum Blitz-Deal nur in einem kleine Zeitfenster angeboten. Dem Kunden stehen 24 Stunden zur Verfügung sich für das Angebot zu entscheiden. Sponsored Brands können am Prime Day ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der PPC-Strategie sein. Nicht selten erreichen wir als Amazon Agentur mit unseren Kunden durch die Nutzung von Sponsored Brands und Sponsored Product Ads in Kombination 30-50% höhere Impressionen und analog dazu auch deutliche Umsatzsteigerungen während des PrimeDays. Das Weiterleiten der potentiellen Käufer zum Brandstore kann die Verweildauer um ein Vielfaches erhöhen und den ROAS insgesamt signifikant steigern. Flankierend dazu können Sponsored Product Ads die Aufmerksamkeit auf Produkte und Angebote lenken.

Autor

  • Sina

    Content Creatorin, Social Media Enthusiastin und Online Marketing Expertin - bei intomarkets behält Sina den Überblick über alle Inhalte und Kanäle und lässt die Full-Service Amazon Agentur im richtigen Licht erscheinen.

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