Amazon hat ein oberstes Ziel: Kundenzufriedenheit. Nur zufriedene Nutzer shoppen gern auf Amazon und geben mit der Zeit immer mehr Geld aus – Geld, das Amazon für sein Wachstum braucht. Genau dieses Geld könnte künftig noch viel schneller verdient werden, denn scheinbar testet Amazon einen noch viel direkteren Weg von der Produktsuche in den Warenkorb, bzw. direkt zum Checkout. In der Kategorie „Kindle-Shop“ wird bei der Eingabe eines Amazon Keywords sofort der „Jetzt mit 1-Click kaufen“ Button angezeigt. Unmittelbar nach dem Preis kann erfolgt dann mit nur einem Klick direkt der Checkout, sprich der Artikel landet nicht erst im Warenkorb, sondern wird sofort gekauft. Das Aufrufen der Produktdetailseite wird damit überflüssig und man kann direkt bestellen.

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Diese Art der Darstellung ist nicht ganz neu, denn in Amerika (amazon.com) und auch den europäischen Amazon-Seiten gibt es diese Funktion bereits.

Amazon Brand Guide

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Amazon Produktbild und Titel wird wichtiger

Was bedeutet es also, wenn die Bestellung der Produkte auf Amazon sofort aus den Suchergebnissen erfolgen kann? Natürlich: Zeitersparnis beim Kunden, denn ein Kauf dauert dann inklusive Aufrufen der Amazon-Website, über die Sucheingabe bis zur Bestellung nur noch wenige Sekunden. Aus der Perspektive eines Händlers heißt das dann aber umgekehrt, dass ergänzende Informationen in den Bulletpoints, der Beschreibung, A+ Content oder Enhanced Brand Content nicht mehr gesehen werden. Sollte sich ein Kunde bereits in den Suchergebnissen zum Kauf entscheiden, bleiben alle anderen Informationen samt Bilder außen vor.

Was sich im ersten Moment dramatisch anhört, bietet gleichzeitig eine gute Chance für Seller und Vendoren, denn auf einer Produktdetailseite wird ein potentieller Käufer massiv durch Mitbewerber-Angebote abgelenkt. Unter der Amazon BuyBox bewirbt Amazon direkt und indirekt ähnliche oder passende Produkte von anderen Marken und Verkäufern. Wenn sich ein Käufer also hier noch unsicher ist, ob er bestellen soll oder nicht, sinkt die Chance einer Conversion. Wenn man nun aber direkt in den Suchergebnissen überzeugen kann, dann „verliert“ potentiell man den Käufer nicht an die Konkurrenz.

Überzeugen kann man an dieser Stelle mit genau vier Dingen: Produktbild, Preis, Bewertungen und Titel. Natürlich ist ein günstiger Preis attraktiv und logischerweise können sich viele positive Bewertungen verkaufsfördernd auswirken. Die Rezensionen kann man allerdings nur bedingt beeinflussen und den Verkaufspreis haben z.B. Vendoren bei Amazon gar nicht unter eigener Kontrolle. Bleiben also „nur“ der Produkttitel und das Hauptbild. Speziell hier sollte man viel Wert auf eine Optimierung legen, denn wer hier punktet, der verkauft auch (mehr).

Amazon Produkttitel für 1-Click optimieren

Was heißt das nun konkret für die 1-Click-Option in den Suchergebnissen? In den letzten Jahren hat Amazon die Gesamtlänge des Produkttitels immer weiter eingeschränkt. Generell sollten nicht mehr als 200 Zeichen dafür verwendet werden. In einigen Kategorien gelten für Vendoren schon jetzt viel striktere Einschränkungen und damit deutlich kürzere Titel. Generell munkelt man immer wieder über eine Maximallänge des Produkttitels von 80 Zeichen.

Aber unabhängig von der Länge sollte man vor allem auf folgende Aspekte wertlegen:


  1. Kein Keyword-Spam (max. 3 Major-Keywords im Titel)
  2. Wichtige Produktattribute wie Größe, Farbe, Gewicht und Volumen beachten
  3. Amazon Styleguide der jeweiligen Kategorie beachten
  4. Wichtige Informationen in den ersten 80 Zeichen (wichtig für mobile Suche)
  5. Ansprechend und verkaufsaktivierende Argumente / USPs verwenden

Diese Optimierungs-Tipps gelten übrigens auch für jede Kategorie, denn der Produkttitel ist enorm wichtig wie die A9-Suchmaschine (Relevanzbewertung) und für den echten Käufer, denn das ist das Erste, was er vom Produkt liest und erfährt.

Wird Amazon-1-Click-Shopping auch in anderen Kategorien in den Suchergebnissen angezeigt?

Derzeit sieht es so aus, als wäre dies nur ein Ansicht im Bereich „Kindle-Shop“. In bestimmten Kategorien mit besonders erklärungsbedürftigen Produkten, wird es wahrscheinlich auch beim herkömmlichen Weg bleiben: Suchen, Ergebnis anklicken, Produkt kaufen. Komplexe technische Produkte oder stark variantenabhängige Artikel (z.B. im Bereich Fashion) werden wohl kaum eine 1-Click-Shopping-Option in den Suchergebnissen bekommen, da die Kaufentscheidung meist später als direkt nach der Sucheingabe stattfindet.

Bei recht einfachen und günstigeren Artikel oder keinen, bzw. wenigen Variationen wie Kabeln, Steckern, kleineren Geräten ist es allerdings schon vorstellbar, dass es hier vielleicht auch diese Express-Kauf-Option zukünftig geben kann. Fakt bleibt: Ein gut optimierter Produkttitel und ein verkaufsförderndes Hauptbild sollte immer im Fokus einer jeden Amazon-Optimierung stehen.

 

Autor

  • Ronny Marx

    Ronny beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung, ist regelmäßig auf Konferenzen als Speaker unterwegs und bloggt gerne über seine Kernkompetenz SEO.

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