Amazon Konferenz in Berlin – Darauf müssen Vendoren und Seller künftig achten

Bereits zum siebten Mal findet der Amazon Sales Kongress statt und Anfang 2020 (wie die letzten Jahre ebenfalls in Q1) wieder einmal in Berlin, genauer gesagt im „Hotel Berlin“. Die Vorträge der Konferenz verteilen sich auf insgesamt drei verschiedene Tracks und insgesamt zwei Tage. Den Anfang machte einer der bekanntesten Berater im Amazon-Umfeld, Markus Fost (Fostec & Company). Weiter auf der Bühne standen Maik Busch (KW Commerce), Christian Kelm (AMALYZE AG), Trutz Fries (Amalytix), Frank Holzweißig (Rotho Kunststoff), Dirk Hohnberg (Wilkinson Sword), Stefan Fraude (Galaxus), Frank Winter (Warsteiner), Thomas Engels (Lexea) und viele weitere Speaker aus dem E-Commerce-Kosmos.

Vortrag Ronny Marx auf dem Amazon Sales Kongress 2020 Berlin

Auf einer solchen Amazon Konferenz durfte natürlich auch intomarkets auf der Bühne nicht fehlen. Ronny Marx rekapitulierte am Nachmittag in Berlin einmal, was sich 2019 im Bereich Amazon Performance Marketing geändert und weiterentwickelt hat und worauf sich Seller und Vendoren in diesem Jahr einstellen sollten und müssen.

Worauf müssen Seller und Vendoren bei Amazon Advertising achten

Kurzum: Kaum ein Bereich bei Amazon hat sich in den letzten zwei Jahren so stark und schnell weiterentwickelt, wie „Paid Search“ auf dem Marketplace. Schaut man einmal auf 2018 und 2019, so kann man zusammenfassend sagen, dass die meisten PPC-Updates am Anfang des Jahres von Amazon ausgerollt wurden. Auch wenn es Stand heute (14.01.2020) noch einigermaßen ruhig hinsichtlich neuer Features und generellen Änderungen in der Advertising-Console ist, so ist doch zu erwarten, dass in den nächsten Wochen sich viel verändern wird. Folgende Punkte waren in den letzten Monaten im Bereich Amazon Marketing noch signifikant:

Update: Amazon übernimmt Sizemek

Mitte 2019 gab es eine kleine, große Überraschung im Werbemarkt, denn da wurde bekannt, dass Amazon große Teile von Sizemek übernehmen wird. Genauer gesagt standen der Adserver und die DCO (Dynamic Creative Optimization) zur Disposition, welche dann ins Amazon Advertising Portfolio gewechselt haben. Damit bricht Amazon das Werbe-Duopol von Google und Facebook stärker auf. Auf der anderen Seite ist wohl durch diese technologischen Zukäufe zu erwarten, dass es bald noch mehr Möglichkeiten für Werbende auf Amazon geben wird. Sowohl im Bereich der Advertising-Console als auch bei Amazon DSP kann man davon ausgehen, dass es hier bald viel neue Werbemöglichkeiten gibt.

Update: Amazon PAT Kampagnen

Die Abkürzung „PAT“ steht für „Product Attributed Targeting“ und meint auch genau das: Mit dieser neuen Ausrichtung der Sponsord Product Ads können gezielt Produkte targetiert werden. Als Amazon Vendor konnte man in der Vergangenheit schon länger mit den jüngst veralteten „Product Display Ads“ genau das tun, aber durch die neuen PAT-Kampagnen ist dies nun auch für Seller vollumfänglich verfügbar.

Update: Amazon Dynamische Gebote und Gruppen

Ebenfalls in 2019 von Amazon ausgerollt wurden die dynamischen Gebote und die Möglichkeit, Kampagnen in Portfolios zu gruppieren. Ersteres ist insofern spannend, als dass man ein Mini-Bidmanagement nun direkt in der Advertising Console, bzw. Seller Central verankert hat, welches im Übrigen auch das „Bid+“ abegelöst hat.

Update: Amazon Brand Analytics

Für alle Marketplace-Seller, die in der Amazon Brand Registry eine Marke angemeldet haben, gab es vergangenes Jahr eine spannende Neuerung: Die Funktion „Brand Analytics“, bzw. „Markenanalyse“ in der SellerCentral. Damit ist es nun erstmals möglich, die Customer Journey der Amazon-Nutzer, bzw. ihr Such- und Kaufverhalten zu analysieren. Die daraus gewonnen Erkenntnisse lassen sich wieder gut in Werbekampagnen transferieren und noch gezielter Produkte auf Amazon bewerben. Für Vendoren gibt es diese Funktion schon länger, allerdings muss dafür ein aktiver ARAP-Account (Amazon Retail Analytics Premium) verfügbar sein, welchen sich Amazon fürstlich mit einem hohen fünfstelligen Jahresbeitrag bezahlen lässt. Als Seller gibt es nun diese Daten quasi kostenlos.

Update: Amazon Sponsored Brand Features

Die Sponsored Brands (ehemals „Headline Search Ads”) haben zu erst einen neuen Namen erhalten und wurden dann 2019 mit vielen neuen Funktionen bestückt. Unteranderem sind nun negative Keywords als auch das Bewerben von Produktvarianten möglich. Ebenfalls im Update der Sponsored Brands enthalten sind erstmals Suchbegriffsberichte und ein gezieltes Targetieren von anderen Produkten möglich.

Update: Amazon Sponsored Display

Eine klein,e weitere Sensation gab es Ende 2019: Amazon rollte die sogenannten „Sponsored Display Ads“ aus, welche erstmals eine Art Verschmelzung von klassischen, Keyword-basierten Performance-Marketing- und Display-Marketing-Kampagnen darstellen. Zugleich lösen die Sponsored Display Ads funktionell die „Product Display Ads“ ab. Einerseits kann man als Werbetreibender auf Amazon nun einzelne Produkte oder ganze Kategorien (Browse-Nodes) targetieren. Andererseits können auch gezielt potentielle Käufer nach einem möglichen Kaufinteresse beworben werden. Hier sind auch Teile aus dem ASIN-Retargeting enthalten, welche eigentlich aus dem Bereich Amazon DSP kommen. Die Sponsored Display Ads sind also teilweise eine Art „Light“-Version aus dem programmatischen Werbebereich.

Fazit: Amazon Marketing bleibt und wird spannend

Wenn man einmal zurückblickt, wie Amazon Advertising noch vor zwei oder drei Jahren aussah, bzw. mit welchen Bordmitteln Werbung geschaltet werden konnte, dann hat sich hier sehr viel getan: Neue Werbmittel, mehr Features, tiefere Datenanalyse und umfangreiche Berichte sind speziell in 2019 dazu gekommen. Es ist stark davon auszugehen, dass Amazon auch in 2020 sowie in den folgenden Jahren noch viel Neues starten wird. Gerade der Zukauf von Sizemek wird künftig mehr Features bieten und speziell Google weiter zittern lassen. Das Wichtigste ist aber: Am Ball bleiben und stetig die neuen Amazon Advertising Features auszuprobieren und schnell die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu adaptieren.

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