Resale – Reselling

Was bedeutet Resale?

Direkt aus dem Englischen übersetzt bedeutet „Re-Sale“ „Wieder-Verkaufen“ – also ein Modell, was  im Online- und Offline-Handel schon seit vielen Jahren existiert. Die sogenannten Wiederverkäufer (auch Reseller genannt) kaufen Handelswaren ein und bieten diese im eigenen Geschäft oder auf Marktplätzen im B2B oder B2C Bereich zum Kauf an. Dabei gibt es im Wesentlichen drei Szenarien:

  • Reseller kauft beim Hersteller und verkauft als Großhändler an Einzelhandel (B2B)
  • Reseller kauft beim Hersteller und verkauft im Einzelhandel (B2C)
  • Reseller kauft beim Großhandel und verkauft an Einzelhandel (B2C)

Auf seinen Einkaufspreis schlägt der Wiederverkäufer eine Handelsspanne auf und kommt so zu seinem Verkaufspreis. In der Handelsspanne sind idR neben Transport- und Logistikkosten oft auch Steuern, Verpackung und weitere fixe sowie variable Gebühren enthalten, die für den Resale anfallen. Alles über diesem Deckungsbeitrag ergibt dann den (Roh-)Gewinn, welcher durch das Reselling von Handelsware für den Verkäufer bleibt.

Bei der Preisgestaltung ist ein Reseller zwar grundsätzlich frei in seiner Entscheidung, bewegt sich aber in etwas engerem Rahmen, als ein Direktverkäufer (Hersteller) oder Private-Label-Händler. An eine unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP) ist ein Reseller zwar nicht zwingend gebunden, jedoch werden in der Praxis oft Vereinbarungen für Preisuntergrenzen getroffen. Verkauft ein Händler seine Waren direkt ab Herstellung selbst, gibt es keinen UVP und keine definierte Preisspanne.

Resale oder Reselling – wo ist der Unterschied?

Beide Begriffe meinen im Prinzip das Gleiche – das eine (Resale = Wiederverkauf) ist das Substantiv und das andere (Reselling = wiederverkaufen) kann auch als Verb gedeutet werden. Direkt aus dem Englischen übersetzt:

  • Resell = to sell again = wiederverkaufen
  • Resale = the selling again of something purchased = etwas Eingekauftes wiederverkaufen

Resale auf Amazon

Resale gibt es zahlreich auch auf dem Marktplatz Amazon: viele tausend Onlinehändler beziehen ihre Waren entweder direkt vom Hersteller oder Großhandel und bieten diese Produkte mit einem Preisaufschlag bei Amazon an. Grundlage für das Einstellen und den Verkauf von Handelsware auf Amazon ist die EAN oder GTIN. Ist diese bereits im Produktkatalog von Amazon vorhanden, werden alle dort hinterlegten Daten wie Titel, Bulletpoints, Bilder und Beschreibung automatisch bei der Anlage des Angebots geladen. Ist die EAN noch nicht im Amazon-Katalog angelegt, hat der Verkäufer selbst die Möglichkeit, diese Daten einzupflegen.

Probleme bei Resale-Artikeln entstehen meist mit der Vollständigkeit und Korrektheit der Produktdaten, denn nicht jeder Händler der Angebote hat auch die Schreibrechte am Listing. Verkaufen bspw. drei Reseller das gleiche Produkt, so kann es passieren, dass das Bild von Händler 1, der Titel von Händler 2 und die Beschreibung von Händler 3 vor Kunde auf der Produktdetailseite abgebildet wird.

Reselling auf Amazon ist in verschiedenen Kategorien umstritten, da speziell auf diesem Marktplatz ein starker Preiskampf herrscht und die Margen oft zu gering für einige Händler geworden sind. Generell empfiehlt sich der Einsatz eines Repricers, welcher zu festgelegten Bedingungen den Preis automatisch nach oben und unten anpasst. Vor allem um die BuyBox auf Amazon zu gewinnen, aber auch die Umsätze steigern zu können, ist eine automatische Preisanpassung beim Reselling besonders wichtig.

Ein weiterer Aspekt hinsichtlich des Wiederverkaufs von Produkten auf Amazon sind PPC-Kampagnen, denn speziell bei den Sponsored Products werden die Kampagnen nur dann ausgespielt, wenn man als Verkäufer auch in der BuyBox gelistet wird, was wiederum einen großen Einfluss auf die Verkaufschance des Artikels hat.

2017-12-01T11:05:30+00:00 01.12.2017|